Schlafapnoe und Long COVID: Was Sie wissen sollten

Aktualisiert am 2026-11-06

Kurz gesagt: Schlafapnoe und Long COVID können gemeinsam auftreten und die Erschöpfung verstärken. Long COVID beschreibt anhaltende Beschwerden nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion, die über vier Wochen hinausreichen. Typische Anzeichen der Schlafapnoe sind lautes Schnarchen, Atemaussetzer während des Nachts und übermäßige Tagesmüdigkeit. Wer diese Symptome bemerkt, sollte den Hausarzt aufsuchen und über eine mögliche Überweisung in ein Schlaflabor sprechen. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, die Schlafqualität und die allgemeine Erholung zu verbessern.

Was bedeutet der Begriff Schlafapnoe?

Schlafapnoe ist eine Schlafstörung, bei der die Atmung während des Nachts wiederholt aussetzt oder stark eingeschränkt wird. Die häufigste Form ist die obstruktive Schlafapnoe, bei der die Atemwege im Rachenbereich vorübergehend blockiert werden. Im deutschen Gesundheitssystem wird die Schwere oft mit dem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) gemessen. Ein AHI von 5 bis 15 Ereignissen pro Stunde gilt als leicht, 15 bis 30 als mittelgradig und über 30 als schwer. Betroffene atmen oft unregelmäßig, der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt kurzzeitig ab, und der Körper weckt kurz auf, um die Atmung wieder aufzunehmen. Diese Mikro-Weckreaktionen geschehen meist unbewusst, führen aber zu einer stark unterbrochenen Schlafarchitektur.

Was ist Long COVID und welche Rolle spielt der Schlaf?

Long COVID ist ein Oberbegriff für gesundheitliche Beschwerden, die nach einer COVID-19-Erkrankung über die akute Phase hinaus anhalten. In der Regel spricht man von Long COVID, wenn Symptome vier Wochen oder länger nach der Infektion bestehen bleiben. Typische Beschwerden sind anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Atemnot und Schlafstörungen. Viele Betroffene berichten von nicht erholsamem Schlaf, häufigem nächtlichen Erwachen und Tagesmüdigkeit. Genau diese Symptome überschneiden sich häufig mit denen der Schlafapnoe. Daher ist es sinnvoll, bei anhaltenden Schlafproblemen nach Long COVID auch an eine mögliche Atemwegserkrankung im Schlaf zu denken und ärztlich abklären zu lassen.

Welche Symptome deuten auf Schlafapnoe bei Long COVID hin?

Bei der Kombination aus Schlafapnoe und Long COVID können sich die Beschwerden gegenseitig verstärken. Typische Warnsignale sind lautes, regelmäßiges Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer durch den Partner, nächtliches Schwitzen und häufiges Wasserlassen. Tagsüber leiden Betroffene oft unter starker Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit und einem erhöhten Schlafbedürfnis. Auch Morgenschmerzen im Kopfbereich können auftreten. Da Long COVID bereits Erschöpfung verursacht, wird die zusätzliche nächtliche Atemstörung oft nicht sofort erkannt. Ein Schlaftagebuch über ein bis zwei Wochen kann helfen, Muster zu erkennen und dem Arzt konkrete Beobachtungen zu liefern.

Wie wird die Diagnose in Deutschland gestellt?

Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Dieser kann eine erste Einschätzung vornehmen und bei Verdacht auf Schlafapnoe an einen HNO-Arzt, Lungenfacharzt oder direkt in ein Schlaflabor überweisen. Die Diagnose erfolgt meist über eine Polygraphie oder eine vollständige Polysomnographie im Schlaflabor. Dabei werden über mehrere Stunden Atemfluss, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Schlafphasen aufgezeichnet. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Untersuchungen in der Regel, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Ein Überweisungsschein und die elektronische Gesundheitskarte sind dafür erforderlich. Die Wartezeit auf einen Termin im Schlaflabor kann je nach Region einige Wochen betragen.

UntersuchungWas wird gemessen?Typischer Ort
PolygraphieAtemfluss, Sauerstoffsättigung, HerzfrequenzOft zu Hause möglich
PolysomnographieZusätzlich Gehirnströme, Augenbewegungen, MuskeltonusSchlaflabor oder Klinik

Welche Behandlungswege gibt es?

Die Behandlung hängt von der Schwere der Schlafapnoe ab. Bei leichten Fällen können bereits Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Seitenlage beim Schlafen und der Verzicht auf Alkohol am Abend helfen. Die häufigste Therapie bei mittelgradiger bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe ist die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure). Dabei trägt der Betroffene nachts eine Maske, über die leichter Überdruck in die Atemwege geleitet wird, sodass diese offen bleiben. Alternativ können unterschienene Protrusionsschienen vom Zahnarzt angefertigt werden. Bei Long COVID ist zudem eine schonende Rückführung in den Alltag wichtig. Überanstrengung sollte vermieden werden, da sie die Erschöpfung verstärken kann. Alle Therapieentscheidungen sollten individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Was können Sie selbst tun? Erste Schritte

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Schlafapnoe und Long COVID zusammenhängen, können Sie folgende Schritte unternehmen:

  1. Führen Sie über ein bis zwei Wochen ein Schlaftagebuch mit Aufwachzeiten und Müdigkeit am Tag.

  2. Fragen Sie den Partner oder Familienmitglieder nach beobachteten Atemaussetzern nachts.

  3. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt und schildern Sie die Symptome konkret.

  4. Bitten Sie bei Verdacht um eine Überweisung in ein Schlaflabor oder an einen Spezialisten.

  5. Klären Sie mit der Krankenkasse die Kostenübernahme für diagnostische Untersuchungen ab.

  6. Vermeiden Sie abends Alkohol und schwere Mahlzeiten, um die Atemwege zu entlasten.

Häufige Fragen

Kann Long COVID Schlafapnoe auslösen?

Es gibt Hinweise, dass Entzündungsprozesse und Veränderungen der Atemwege nach einer COVID-19-Erkrankung das Risiko für Schlafatmungsstörungen erhöhen können. Ein automatischer Zusammenhang ist jedoch nicht für jeden Betroffenen belegt.

Welcher Arzt ist zuständig?

In der Regel ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Er kann an HNO-Ärzte, Lungenfachärzte oder direkt in ein Schlaflabor überweisen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für diagnostische Untersuchungen und die CPAP-Therapie, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt.

Wie lange dauert die Diagnose?

Vom ersten Arztbesuch bis zum Termin im Schlaflabor können je nach Region mehrere Wochen vergehen. Eine akute Abklärung ist bei schweren Symptomen möglich.

Hilft Gewichtsabnahme bei Schlafapnoe?

Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion die Atemwege entlasten und die Symptome mildern. Sie ersetzt jedoch nicht die ärztlich verordnete Therapie.

Was ist der Unterschied zu Schlaflosigkeit?

Schlaflosigkeit bedeutet vor allem Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen. Schlafapnoe ist eine Atemstörung im Schlaf, die oft mit Schnarchen und Atemaussetzern einhergeht.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder einen Schlafmediziner. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Startseite hier und im allgemeinen Ratgeberbereich hier.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist der Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und Long COVID?

Beide Zustände können starke Tagesmüdigkeit und Schlafstörungen verursachen. Long COVID beschreibt anhaltende Beschwerden nach einer COVID-19-Erkrankung, während Schlafapnoe wiederholte Atemaussetzer im Schlaf bedeutet. Die Symptome können sich überlappen und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Welche Symptome sind typisch für Schlafapnoe?

Typische Anzeichen sind lautes Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer nachts, nächtliches Erwachen, Morgenschmerzen und übermäßige Tagesmüdigkeit. Auch Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit können auftreten.

Wer stellt die Diagnose in Deutschland?

Der Hausarzt ist meist der erste Ansprechpartner. Er kann an HNO-Ärzte, Lungenfachärzte oder direkt in ein Schlaflabor überweisen, wo eine Polygraphie oder Polysomnographie durchgeführt wird.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für diagnostische Untersuchungen und die CPAP-Therapie, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Eine Überweisung und die elektronische Gesundheitskarte sind erforderlich.

Was ist CPAP und wie funktioniert es?

CPAP steht für Continuous Positive Airway Pressure. Dabei trägt der Betroffene nachts eine Maske, über die leichter Überdruck in die Atemwege geleitet wird, um Atemaussetzer zu verhindern.

Ersetzt dieser Artikel einen Arztbesuch?

Nein, dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie stets Ihren Hausarzt oder einen Schlafmediziner aufsuchen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemaussetzern, schwerer Tagesschläfrigkeit oder Beschwerden beim Autofahren suchen Sie bitte ärztliche Hilfe.