Schlafapnoe und Reflux: Was Sie wissen sollten

Aktualisiert am 2026-11-06

Kurz gesagt: Schlafapnoe und Reflux treten häufig gemeinsam auf. Bei obstruktiver Schlafapnoe setzt sich die Atemwege nachts wiederholt zeitweise ab, wodurch der Druck im Brustkorb schwankt. Dieser Druck kann den Magenschließmuskel belasten und sauren Mageninhalt in die Speiseröhre drücken. Umgekehrt kann nächtlicher Reflux den Schlaf stören und die Atemwege reizen. Der Zusammenhang ist in Deutschland gut dokumentiert, aber nicht bei jedem Betroffenen gleich ausgeprägt. Eine ärztliche Abklärung klärt, welche Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Was bedeutet der Begriff Schlafapnoe und Reflux?

Schlafapnoe und Reflux beschreibt das gleichzeitige Auftreten von nächtlichen Atemaussetzern und saurem Aufsteigen von Magensäure. Schlafapnoe ist eine Schlafstörung, bei der die Atemwege während des Schlafs wiederholt blockiert werden. Reflux, fachsprachlich gastroösophagealer Reflux, bedeutet, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Beide Zustände können sich gegenseitig verstärken und die Schlafqualität deutlich mindern.

Wie hängen Schlafapnoe und Reflux zusammen?

Bei obstruktiver Schlafapnoe versucht der Körper, gegen eine verengte Atemwege zu atmen. Dabei entsteht ein starker Unterdruck im Brustkorb. Dieser Unterdruck kann den unteren Ösophagussphinkter, also den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, öffnen. Magensäure steigt dann leichter auf. Gleichzeitig kann Reflux die Atemwege reizen und Entzündungen begünstigen, was die Atmung nachts zusätzlich erschwert. Der Kreislauf aus Atemaussetzern und Sodbrennen ist typisch für viele Betroffene.

Welche Symptome treten typischerweise auf?

Typische Anzeichen sind lautes Schnarchen, Atemaussetzer im Schlaf und übermäßige Tagesmüdigkeit. Viele Betroffene wachen nachts mit Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder einem brennenden Gefühl im Hals auf. Häufiges Räuspern, Heiserkeit am Morgen und ein bitterer Geschmack im Mund kommen vor. Auch Schlafstörungen und nächtliches Erwachen sind verbreitet. Nicht jeder hat alle Symptome gleichzeitig; die Ausprägung variiert stark von Person zu Person.

Welche Risikofaktoren spielen eine Rolle?

Übergewicht zählt zu den häufigsten Risikofaktoren für beide Beschwerden. Zusätzlich begünstigen Rauchen, Alkohol am Abend und späte, fettreiche Mahlzeiten nächtlichen Reflux. Auch das Alter spielt eine Rolle, da die Muskulatur der Atemwege und des Schließmuskels mit der Zeit nachlassen kann. Bestimmte Medikamente und hormonelle Veränderungen können ebenfalls Einfluss nehmen. In Deutschland schätzt man, dass ein signifikanter Teil der Erwachsenen gelegentlich unter Sodbrennen leidet.

Wie wird die Diagnose in Deutschland gestellt?

Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Dieser kann Sie an einen HNO-Arzt, Lungenarzt oder an ein Schlaflabor überweisen. Im Schlaflabor erfolgt eine Polysomnographie, bei der Atmung, Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz über Nacht gemessen werden. Bei Verdacht auf Reflux kann eine Gastroskopie oder eine 24-Stunden-pH-Metrie der Speiseröhre sinnvoll sein. Die Kosten werden von den Krankenkassen in der Regel übernommen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt.

UntersuchungZweckDurchgeführt von
Polysomnographie im SchlaflaborAtemaussetzer und Sauerstoffsättigung messenSchlafmediziner
Polygrafie zu HauseVereinfachte nächtliche AtmungsmessungLungenarzt oder HNO
GastroskopieSpeiseröhre und Magen entzündlich untersuchenGastroenterologe
24-Stunden-pH-MetrieSäuregehalt in der Speiseröhre über Tag und Nacht erfassenGastroenterologe

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei Schlafapnoe kommt häufig eine CPAP-Therapie zum Einsatz. Dabei tragen Sie nachts eine Maske, die über ein Gerät Luft unter leichtem Druck zuführt und die Atemwege offen hält. Bei Reflux helfen oft Lebensstiländerungen: kleinere Abendmahlzeiten, kein Essen zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen und das Hochlagern des Oberkörpers. Medikamente wie Protonenpumpenhemmer können die Säureproduktion reduzieren. Gewichtsreduktion und Verzicht auf Rauchen wirken sich bei beiden Beschwerden positiv aus.

Was können Sie selbst tun?

  1. Führen Sie ein Schlaf- und Reflux-Tagebuch über mindestens zwei Wochen.

  2. Vermeiden Sie fettige, scharfe oder säurehaltige Speisen am Abend.

  3. Rauchen Sie nicht und trinken Sie abends keinen Alkohol.

  4. Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper, etwa durch ein Keilkissen.

  5. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder einem Schlaflabor.

  6. Besprechen Sie alle Medikamente und Vorerkrankungen mit dem Arzt.

Häufige Fragen

Kann Schlafapnoe Reflux verursachen?

Ja, nächtliche Atemaussetzer können den Druck im Brustkorb verändern und so den Rückfluss von Magensäure begünstigen. Dies tritt nicht bei jedem Betroffenen auf.

Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner?

Beginnen Sie in der Regel bei Ihrem Hausarzt. Dieser kann Sie an einen Schlafmediziner, HNO-Arzt, Lungenarzt oder Gastroenterologen überweisen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diagnostische Untersuchungen und Behandlungen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht.

Hilft eine CPAP-Maske auch gegen Reflux?

Eine CPAP-Therapie kann die nächtlichen Atemaussetzer reduzieren. Ob sich dadurch auch der Reflux verbessert, ist individuell unterschiedlich und sollte ärztlich geprüft werden.

Wie lange dauert eine Diagnose im Schlaflabor?

Eine Nacht im Schlaflabor reicht in der Regel aus, um die Daten auszuwerten. Die Terminvergabe kann je nach Wartezeit einige Wochen dauern.

Ersetzt dieser Artikel einen Arztbesuch?

Nein, dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie immer medizinischen Rat einholen.

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Quellen

Häufige Fragen

Was ist der Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und Reflux?

Bei Schlafapnoe können nächtliche Atemaussetzer den Druck im Brustkorb verändern und den Rückfluss von Magensäure begünstigen. Umgekehrt kann Reflux den Schlaf stören und die Atemwege reizen.

Welche Symptome deuten auf beide Beschwerden hin?

Typisch sind lautes Schnarchen, Atemaussetzer, Tagesmüdigkeit, nächtliches Sodbrennen, saures Aufstoßen und Heiserkeit am Morgen.

Welcher Arzt ist für Schlafapnoe und Reflux zuständig?

Der Hausarzt ist meist der erste Ansprechpartner und kann an Schlafmediziner, HNO-Ärzte, Lungenärzte oder Gastroenterologen überweisen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Diagnostik und Behandlung?

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, wenn eine medizinische Indikation vorliegt.

Was kann ich selbst gegen nächtlichen Reflux tun?

Kleinere Abendmahlzeiten, kein Essen kurz vor dem Schlafengehen, ein erhöht gelagerter Oberkörper sowie Verzicht auf Rauchen und Alkohol können helfen.

Ersetzt dieser Artikel einen Arztbesuch?

Nein, dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemaussetzern, schwerer Tagesschläfrigkeit oder Beschwerden beim Autofahren suchen Sie bitte ärztliche Hilfe.